Dass alte Menschen gerne in Erinnerungen schwelgen ist normal. Doch wenn der Alltag dadurch zunehmend beeinträchtigt wird, kann dies auf eine Demenzerkrankung hindeuten. Bei einer Demenz handelt es sich um eine (meist altersbedingte) Erkrankung des Gehirns, die dazu führt, dass der Betroffene immer mehr vergisst und verlernt. Dieses Vergessen findet in einem Rückwärtsprozess statt, d.h. Dinge, die gerade erst geschehen sind, werden schneller vergessen als solche, die vor langer Zeit geschehen sind. So ist es typisch für Demenzkranke immer wieder die gleiche Frage zu stellen, da sie sowohl die Antwort als auch die Tatsache, dass sie bereits gefragt haben bereits nach kurzer wieder vergessen haben. Meist reagieren sie daher verunsichert, wenn sie ihr Gegenüber genervt darauf verweist doch schon geantwortet zu haben.
Im Verlauf der Erkrankung verlernt der Betroffene immer mehr Erwachsenentypische Verhaltensweisen und Tätigkeiten und wird zu einer Art Kind. So entstehen unter Umständen Unsicherheiten bei der Bedienung von Haushaltsgeräten (z.B. Herd/Backofen), beim Autofahren oder Schuhe binden. Da anfangs nur das Kurzzeitgedächtnis betroffen ist, können vertraute Tätigkeiten teilweise aus dem Langzeitgedächtnis rekonstruiert werden. Dennoch ist eine Beaufsichtigung für Demenzpatienten im fortgeschrittenen Stadium unumgänglich. Diese können häufig ungenießbare Lebensmittel nicht mehr von frischen unterscheiden, vernachlässigen ihre Körperhygiene, gehen fahrlässig mit spitzen Gegenständen um oder vergessen zu essen und zu trinken. Zudem entwickeln manche Patienten starke Weglauftendenzen, finden aber nicht mehr den Weg zurück. In diesem Fall hilft es manchmal schon die Wohnungstür mit einem Vorhang zu versehen, so dass diese nicht direkt als Ausgang erkennbar ist. Vergiftungen, Verbrennungen und Verletzungen lassen sich durch Kindersicherungen oder das konsequente Wegschließen von Medikamenten, Putzmitteln und elektrischen Geräten (Brotschneidemaschine, Wasserkocher…) verhindern. Grundsätzlich sollten Patienten nicht durch lange Sätze, mehrdeutige Begriffe oder schnelles sprechen verwirrt werden, sondern durch einfache Aufforderungen angesprochen werden. Diskussionen führen meist zu nichts, da sich der Demenzkranke nicht auf logische Argumente einlässt. Daher ist es besser ihn bei einer beginnenden Meinungsverschiedenheit abzulenken. Eine unauffällige Überprüfung (z.B. Darf ich mal Ihr/Dein Bad benutzen?) ist meist einfacher als lange Erklärungen, warum eine Überprüfung notwendig ist. Außerdem gibt sie dem Betroffenen nicht das Gefühl unselbstständig zu sein.

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