Manchmal geht alles ganz schnell. Ein Sturz oder ein Schlaganfall kann einen gesunden Menschen in kurzer Zeit zu einem Pflegefall machen und die Angehörigen vor die Frage stellen was nun zu tun ist. Wer sich dagegen schon vorher Gedanken gemacht hat, kann seiner Familie für den Notfall wichtige Informationen notieren.
Denn auch wenn es kein schöner Gedanke ist, das vertraute Zuhause zu verlassen und in Pflegeheim zu ziehen, so fällt dieser Schritt umso leichter, je besser das neue Zuhause den eigenen Bedürfnissen und Wünschen entspricht. Um sich auch in einer Pflegeeinrichtung wie Zuhause zu fühlen, sollten die folgenden fünf Kriterien bei der Auswahl Beachtung finden:
1. Der Ort
Der Ort und die Umgebung ist dann besonders wichtig, wenn rüstige Senioren, die gerne aktiv sind, sich nach einem Altersdomizil umsehen. Dabei stellt sich nicht nur die Frage wie weit eine Einrichtung vom Wohnsitz der eigenen Freunde und Verwandten entfernt ist, sondern auch wie gut sie erreichbar ist (z.B. mit Auto, Bus und Bahn). Außerdem sollte vorher in Betracht gezogen werden, ob das dort herrschende Klima (vor allem bei südlichen Ländern) vertragen wird.
2. Die Infrastruktur
Steht der Ort fest, gibt es meist mehrere Einrichtungen, die infrage kommen. Daher lohnt es sich, auch deren nähere Umgebung unter die Lupe zu nehmen.
Gibt es eine gute Verkehrsanbindung bzw. öffentliche Verkehrsmittel? Sind Arzt, Apotheke, Frisör und Co. zu Fuß erreichbar? Befindet sich eine Grünanlage oder ein Park zum Spazieren gehen in der Umgebung?
3. Die Ausstattung
Auch für die Einrichtung selbst gibt es verschiedene Kriterien, die ein hohes Maß an Qualität garantieren. Senioren, die sich für ein bestimmtes Haus interessieren, sollten sich daher vorher einige Notizen machen und direkt vor Ort bei einem Besuchstermin nachfr
agen. Häufig ist auch ein mehrtägiges Probewohnen möglich.
Wer an bestimmten Alterserkrankungen – wie zum Beispiel Demenz- leidet, sollte darauf achten, ob die Einrichtung entsprechende Therapien anbietet oder sich sogar auf die eigene Erkrankung spezialisiert hat. Auch ein Gespräch mit Bewohnern kann Klarheit darüber verschaffen, wie Pflege und Versorgung gehandhabt werden. Bei einem unguten Gefühl vor Ort gilt: lieber nicht einziehen.
4. Das Freizeitangebot
Besonders für Menschen, die nicht bettlägerig sind, ist ein vielfältiges Freizeitangebot wichtig. Gibt es eine Kegelbahn/ ein Schwimmbad oder vielleicht sogar eine Sauna? Stehen regelmäßige Ausflüge zu verschiedenen Zielen auf dem Programm? Werden gemeinsame Feste und Feiern angeboten? Sind Spielenachmittage und Sportangebote die Regel und nicht nur ein einmaliges Ereignis? Wenn ja, lohnt es sich nachzufragen, ob ein unverbindlicher Besuch möglich ist.
5. Sonstiges/ persönliche Wünsche
Nicht zuletzt sind auch die persönlichen Bedürfnisse des Einzelnen sehr wichtig. Der größte Wellnessbereich nützt nichts, wenn man ihn aufgrund einer Behinderung nicht nutzen kann. Daher sollte schon von Anfang an abgeklärt werden, ob liebgewonnene Gewohnheiten auch weiterhin durchgeführt werden können. So ist es nach Absprache zum Beispiel häufig kein Problem ein Haustier mitzuversorgen oder nachmittags eine Tasse Tee aufs Zimmer serviert zu bekommen.
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