Pflegebedürftigkeit entsteht nur selten plötzlich, meist handelt es sich dabei um einen schleichenden Prozess. Im Alter lassen körperliche und mentale Fähigkeiten immer mehr nach, solange bis der eigene Lebenskomfort erheblich darunter leidet. Doch kaum jemand zieht wegen seiner Altersgebrechen freiwillig in ein Pflegeheim. Die meisten Senioren lassen sich lieber von Angehörigen oder ambulanten Pflegediensten im Alltag unterstützen.
Gerade für Familienmitglieder bedeutet die Pflege Zuhause jedoch eine immense körperliche und psychische Herausforderung. Wie der Umgang mit bettlägerigen Menschen vereinfacht werden kann, zeigen folgende Tipps und Tricks.

Vorbereitung:
Auf Augenhöhe: Wichtig ist es dem zu Pflegenden immer auf Augenhöhe zu begegnen und ihn nicht wie ein Baby zu behandeln. Auch Erwachsene mit eingeschränkten geistigen Fähigkeiten erkennen intuitiv, ob ihr gegenüber sie bevormundet und reagieren dementsprechend abweisend. Daher lohnt es sich Notwendigkeiten positiv darzustellen. Neigt der Patient zum Beispiel zum Kleckern, kann das Umlegen eines Lätzchens seine Würde untergraben. Eine große Serviette dagegen erfüllt oft den gleichen Zweck und gibt ihm nicht das Gefühl wie ein Baby behandelt zu werden.
Gut platziert: Wird das Bettende hoch gestellt, kann der Kranke aufrecht sitzen und dadurch besser mit seinem Umfeld interagieren. Ein Essenstablett mit Füßen hat den Vorteil, dass es auf dem Bett ganz nah am Oberkörper abgestellt werden kann. Niedriges Geschirr steht dabei vorne, hohes Geschirr weiter hinten. Plastikbecher verändern das Geschmacksempfinden und fallen durch ihr geringes Gewicht schnell um, daher sind sie nicht zu empfehlen.

Essen reichen:
Mit Respekt: Gefüttert werden sollte nur dann, wenn der Betroffene nicht mehr selbstständig essen kann. Dabei ist es vor allem wichtig sein Essenstempo zu beachten und ihn nicht unter Zeitdruck zu setzen. Essensreste sollten nicht mit dem Löffel entfernt und zurück in den Mund geschoben, sondern mit einer Serviette abgewischt werden. Die Nahrung darf nicht zu tief in den Mund geschoben werden, da sonst ein Würgereiz entsteht. Auch das Berühren der Schneidezähne mit dem Besteck ist riskant, da vor allem Demenzkranke auf solche eine Berührung oft mit einem Beißreflex reagieren. Ist eine kranke Person geistig verwirrt und will ihren Mund nicht öffnen, hilft manchmal schon eine sanfte Berührung der Lippen mit einem Löffel.

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