Der Zeitraum zwischen der stationären und der häuslichen Betreuung wird als sog. ambulante Versorgungslücke angesehen.
Gerade nach einer Operation ist man zumeist noch hilfsbedürftig, kann einfache Hausarbeiten noch nicht selbst erledigen und bedarf auch nach der Entlassung dringend Unterstützung. Doch die Krankenkassen sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet, solch eine Haushaltshilfe zu leisten. So lange der Gesetzgeber diese Versorgungslücke nicht ausräumt, ist keine Kasse bereit, diese selbst zu schließen.
Gerade ältere, alleinlebende Menschen sind hier die Leidtragenden. Selbst wenn es direkt vom Krankenhaus in die Reha-Klinik geht, ist das oft nicht die beste Alternative. Denn in diesen Fällen werden Patienten oft zu früh entlassen, was dann dem Reha-Personal zusätzliche Arbeiten auferlegt. Sie müssen dann auch offene Wunden und oberflächliche Infektionen versorgen, wobei kein zusätzliches Personal eingestellt wird. Daher kommt es häufig dazu, dass Patienten aufgrund fehlerhafter Nachbehandlung mangels Qualifikation erneut operiert werden müssen.
Es bleibt nur zu raten, wenn ein Krankhausaufenthalt ansteht, der voraussichtlich Unterstützung erfordert, sich sofort mit der Krankenkasse in Verbindung zu setzen und Informationen einzuholen, um auf die auftretenden Folgen möglichst gut vorbereitet zu sein.

In Bremen arbeitet der Verein Ambulante Versorgungslücken e. V. seit September 2008 an der Schließung der vorab genannten “Lücke” in der ambulanten Nachsorge.
Dr. Henning Scherf ist Schirmherr des Vereins.
Im letzten Jahr organisierten der Verein eine öffentliche Petition “Häusliche Krankenpflege - Ambulante Nachsorge”. 25.000 Menschen unterschrieben. Inzwischen wird das Verfahren vom Petitionsausschuss für eine Empfehlung an den Bundestag vorbereitet.
Zurzeit laufen Bestrebungen diese “Lücke” in einem Modellprojekt zu untersuchen. Dies und noch viel mehr zum Thema “Ambulante Nachsorge nach einen Klinikaufenthalt” behandelt eine Livesendung, Mittwoch, den 24.02.2010 09.00 Uhr - 10.00 Uhr im Nordwest-Radio. Studiogast: Frau Elsbeth Rütten, die Initiatorin des Vereins Ambulante Versorgungslücken.